Gründung des Dörflervereins

Am 28.08.1897 schließen sich die Bürger des Dörfels zusammen, um in der Brauerei Thibaut (heutige Gaststätte Zum Storchennest) eine Bürgervereinigung, mit Julius Metz und Hauptlehrer Jost (Schriftführer) als ihrem ersten Vorstand, zu gründen. Eine der ersten Maßnahmen und früher Ausdruck des Engagements des Vereins und seiner Mitglieder ist die Entwässerung des Oberdörfels. Weitere, wie der Bau der Karlstraße, die 1901 feierlich freigegeben wurde, oder der Umbau der Leopoldfeste, sollten folgen.

Verbot des Dörflervereins

Die Machtergreifung Hitlers am 30. Januar 1933 leitete unmittelbar die sogenannte Gleichschaltung ein, durch die sämtliche eigenständigen gesellschaftlichen und politischen Organisationen im Deutschen Reich in die NS-Ideologie eingegliedert oder zerschlagen wurden. Als unabhängiger Bürgerverein, der lokale Interessen außerhalb der Parteikontrolle vertrat, geriet auch der Dörflerverein Ludwigvorstadt in diesen Sog und musste seine eigenständige Vereinsarbeit einstellen. So bedeutete die Machtergreifung 1933 für den Verein das vorläufige Ende.

Wiedergründung des Dörflervereins

Erst am 10. März 1950 wird einem Gesuch zur Wiederaufnahme der Vereinstätigkeit durch die damalige französische Militärverwaltung stattgegeben. Auf der am 20. Mai 1950 einberufenen Wiedergründungsversammlung nehmen 35 Mitglieder teil und Arthur Metz wird zum ersten Vorsitzenden der Nachkriegszeit gewählt. Die Wiedergründung erfolgte, wir einst die Gründung im jahre 1897, in der Gaststätte Zum Storchennest. In die Amtszeit von Arthur Metz fällt die Einweihung des Kindergartens St. Antonius am Rohrer Steg im Jahr 1959, dessen Bau sowohl finanziell als auch materiell durch den Verein unterstützt worden war. Seither firmiert er offiziell als „Bürgerverein Ludwigvorstadt”, wird aber traditionell weiterhin Dörflerverein genannt.

Blüte des Vereinslebens

1972 wird Erich Meyer Nachfolger von Otto Guth, der die Geschicke des Vereins seit 1963 geleitet hatte. Auf ihn geht die langjährige Tradition der Teilnahme am Rastatter Fastnachtsumzug zurück. Die Feier zum neunzigjährigen Bestehen des Vereins im Jahre 1987 wird ein letzter Höhepunkt während der Amtszeit von Erich Mayer. Sein Nachfolger ist ab 1988 Herbert Wursthorn. Unter seiner Führung beteiligt sich der Verein an der verkehrstechnischen Neugestaltung des Dörfels mit verkehrsberuhigten Zonen und Spielstraßen. Nach Fertigstellung des Kindergartenneubaus St. Antonius 1996 wird die Badstraße und der vor dem Kindergarten befindliche Platz ebenfalls neu gestaltet und 2001 mit dem Stellen eines Gedenksteins ‚100 Jahre Dörflerverein’seiner Bestimmung übergeben. Anlässlich des Maibaustellens erhält dieser Platz in 2004 offiziell den Namen Franz-Meyer-Platz. 2004 ist auch das Jahr, in dem Hansjörg Müller den Vorstandsvorsitz übernimmt. Herbert Wursthorn wird Ehrenvorsitzender und bleibt dem Verein als überaus aktives Mitglied erhalten.

120 Jahre Dörflerverein

Hansjörg Müller führt den Vorsitz des Vereins bis in das Jahr 2014 und übergibt das Amt an Michael Lochbühler-Stamm. Nach personell ruhigen Zeiten legt auch der zweite Vorsitzende Gerhard Neuberth nach erfolgreicher fast 30-jähriger Tätigkeit 2017 sein Amt nieder. Hansjörg Müller übernimmt noch einmal Verantwortung und wird 2. Vorsitzender. Aber auch feiern darf der Verein 2017. 120 Jahre Dörflerverein sind Anlass für viele Veranstaltungen im und um das Dörfel. Den Anfang machte die Sonderausstellung ‚Das Dörfel‘ im Stadtmuseum, zu der eine Begleitpublikation mit historischen Angaben und Ansichten zu Stadtteil und auch Bürgerverein erschien.

Aktives Vereinsleben für den Stadtteil

Der Dörflerverein unter Leitung seines Vorstands und weiterer Ehrenamtlicher stellt auch in der heutigen Zeit für interessierte und engagierte Bürgerinnen und Bürger ein abwechslungsreiches Programm auf. Neben der jährlichen und traditionellen Teilnahme am Rastatter Fasnachtsumzug im Kostüm der Staffelschnatzer finden regelmäßig Vorträge zu aktuellen und historischen Themen statt. Stammtische bilden ein zentralen Austauschort und lebendigen Kern des Vereinslebens. Darüber hinaus werden Ausflüge, sportliche, kulinarische und weitere Veranstaltungen organisiert, über die unter Termine informiert wird.